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E-Book-Reader können Anforderungen nicht erfüllen

Die derzeit im Handel erhältliche Angebotspalette an E-Book-Readern ist insgesamt noch zu teuer und zu wenig auf die eigentlichen Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt. Dank der speziellen e-ink-Technologie ist die Lesbarkeit über alle Geräte hinweg zwar als gut zu bewerten, in puncto Benutzerfreundlichkeit können sie die Anforderungen aber noch nicht erfüllen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Test des Usability Labors des Instituts für Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL) in der Schweiz.

„Unsere Analyse zeigt, dass das Hauptproblem der Nutzung von E-Readern nicht in der Lesbarkeit liegt, sondern in der mangelhaften Usability. Die größten Schwierigkeiten hatten unsere Testpersonen dabei mit der Orientierung und Navigation zwischen den einzelnen Funktionen der bislang erhältlichen Modelle. Viele der integrierten Features werden aber gar nicht gebraucht und tragen so eher zur Verwirrung als zur Freude der Nutzer bei“, stellt Eva Siegenthaler, Projektleiterin der E-Reader-Analyse am IFeL-Usability-Labor, im Gespräch mit pressetext fest.

Dass gegenwärtig erhältliche E-Reader noch über keine ausreichend intuitive Steuerung verfügen, sei der IFeL-Expertin zufolge auch Ausdruck dafür, dass sich die E-Book-Entwicklung insgesamt gesehen noch eher in einem Anfangsstadium befinde. „Es ist keine große Überraschung, dass die frühen Generationen neuer Geräte noch nicht wirklich ausgereift sind. Die Herstellerfirmen werden technisch aber sicher noch nachbessern und versuchen, die gröbsten Mängel mit den folgenden Gerätegenerationen zu beseitigen“, meint Siegenthaler. Bis dahin werde sich dann wohl auch am zweiten Negativaspekt, dem zu hohen Preis, etwas geändert haben. „Die verwendete e-ink-Technologie ist heute noch recht teuer. Durch die weitere Entwicklung auf dem E-Book-Markt könnte sich das in Zukunft aber noch ändern“, so Siegenthaler.

Das Usability Labor des IFeL hat insgesamt fünf verschiedene E-Book-Reader getestet und dabei unter anderem auch Aspekte wie Aufmerksamkeitssteuerung, Wahrnehmung, Bedienung und emotionale Reaktionen der Nutzer in die Analyseergebnisse miteinfließen lassen. „Am besten abgeschnitten hat dabei das Sony-Gerät, das dank der technischen Funktionalität und guten Benutzerfreundlichkeit überzeugen konnte“, schildert Siegenthaler. Die restlichen Lesegeräte iRex, BeBook, Booken und Ectaco Jet Book hätten in dieser Hinsicht deutlich schlechter abgeschnitten. „Die Mängel, die sich bei den anderen Modellen zeigten, waren beispielsweise eine erhöhte Anfälligkeit für Ausfälle aufgrund von zahlreichen Funktionen, ungenügende Nutzerfreundlichkeit, erschwerte Lesbarkeit wegen falscher Wort-Trennung oder die fehlende Erkennung von gewissen Textformaten“, fasst Siegenthaler zusammen.

Um die E-Book-Reader attraktiv und bedienungsfreundlich zu machen, ist der IFeL-Expertin nach noch viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu leisten. „Das Usability Labor des IFeL hat deshalb eine internationale Forschungsinitiative gestartet, bei der es aber nicht ausschließlich um die Verbesserung der Usability gehen soll, sondern um eine möglichst umfassende Erforschung des E-Reading-Phänomens“, betont Siegenthaler. Bei diesem längerfristig angesetzten Projekt werde man auch verstärkt mit Forschungsinstitutionen anderer Länder wie etwa aus Italien, Schweden, Kanada oder Japan kooperieren. (Quelle: Pressetext Schweiz)