Der Entertainer unter den Smartphones
Nicht zu groß, nicht zu klein – so muss ein Smartphone sein. Was das angeht, beweist HTC schon länger ein sehr kompetentes Händchen. Das gilt insbesondere für die Hardware. Kein Wunder also, dass das HTC Rhyme die Entscheidung für ein neues Smartphone noch ein bisschen schwerer macht.
Mit 119 Millimetern ist das Rhyme nur wenig größer als das iPhone 4, hat mit 3,7 Zoll aber ein größeres Display und liegt dank seiner abgerundeten Seitenkanten sehr gut in der Hand. Nur knapp 11 Millimeter dick, bleibt es in kleinen wie großen Händen ein griffiger Kandidat. Die 130 Gramm Gewicht geben ein stabiles Gefühl.
HTC-typisch ist das gesamte Gerät sauber verarbeitet. Vorhandene Spaltmaße sind einheitlich. Beim Zuschieben der Akku-Klappe bleibt gelegentlich aber etwas mehr Platz als nötig. In Sachen Gehäuse hat HTC diesmal einen Mittelweg eingeschlagen. Während der Rahmen das Innenleben in Aluminium einfasst, ist die Rückseite zum Teil metallisch, überwiegend aber aus gummiertem Plastik gefertigt. So ermöglicht sich HTC das Tri-Tone-Farbsystem, das nur auf der Geräterückseite deutlich wird – etwa bei den Farben Hour Glass (Beige bis Grau) oder Plum (Pflaume).
Gewehr bei Fuß
Unnötige Ecken und Kanten gibt es nicht, USB- und Headset-Anschluss sind sauber im Gerät versenkt. Lautstärke- und Einschalttaste heben sich nur um einen knappen Millimeter vom Gehäuse ab, während die Einfassung der Kamera exakt mit dem Gehäuse abschließt. Das Schutzglas vor der Linse ist leicht versenkt, sodass es nicht allzu schnell zu störenden Kratzern kommen dürfte.
Unter der Oberfläche arbeitet ein 1-Gigahertz-Prozessor, der dafür sorgt, dass alle Programme flüssig laufen und Internetseiten – natürlich abhängig von der Art der Datenverbindung – recht schnell aufgebaut werden. Kein Gehakel beim Scrollen durch Webseiten, die virtuelle Tastatur reagiert bei SMS, Mails oder einer Browsersuche prompt. So macht smart telefonieren wirklich Spaß.
Mit Android 2.3 (Gingerbread) hat das Rhyme ein weithin bekanntes und funktionales Betriebsystem. Allerdings weicht die Benutzeroberfläche in Teilen vom Gewohnten ab. Das liegt an HTC Sense, das Gingerbread in diesem Fall übergestülpt wurde. Die Software erlaubt eine Individualisierung der Benutzeroberfläche, sodass der Nutzer über mehrere Startbildschirme verfügt, die mit nur einer Bewegung auf verschiedene Funktionen zugreifen lassen – zum Beispiel Social-Media-Postings oder Wetterdaten. All das ist auf dem Display mit seiner Auflösung von 480 mal 800 Pixeln gut zu sehen.
Multimedial unterwegs
Wie die meisten Smartphones verfügt auch das HTC Rhyme über zwei Kameras. Bei Aufnahmen in Räumen zeigt die rückwärtige 5-Megapixel-Kamera trotz manuellem Weißabgleich einen leichten Rotstich. In Sachen Schärfe gibt es nichts zu meckern, bei voll aufgezogenem Zoom ist ein Bildrauschen jedoch nicht zu übersehen. Letzteres zeigt sich auch bei besten Lichtverhältnissen im Freien. Die Frontkamera ist deutlich leistungsschwächer. Bei Fotos wie Videos werden Artefakte deutlich, die sich auch mit der integrierten Software nicht mehr ausbügeln lassen. Etwas besser schneiden Einzelbildaufnahmen ab, die direkt bei der Aufnahme bereits mit verschiedenen Effekten verändert werden können.
Neben inzwischen schon obligatorisch vorinstallierten Apps wie Twitter und Facebook hat das HTC Rhyme auch den Weg in die Cloud gefunden. Die Dropbox-App ist bereits vorinstalliert. Einloggen genügt, um überall auf Musik, Bilder und Dateien zuzugreifen – bei geringer Datenmenge sogar kostenlos. Außerdem erlaubt HTC Watch den Zugriff auf eine Bibliothek mit Filmen und TV-Shows. Doch das ist nicht das einzige. Auch eine E-Book-App gehört zum Rhyme. Bei dem news.de vorliegenden Testgerät waren bereits einige Klassiker – zumindest auf Englisch – vorinstalliert.
Besonders auffallend beim Rhyme ist das mitgelieferte Dock: Das dient nicht nur als Ladestation, sondern macht das Smartphone auch zum Musikcenter. Liegt das Gerät auf der Station, wird automatisch das Musikcenter aktiv.
Fazit. Beim Rhyme setzt HTC optisch auf schlichte Eleganz, die in der Farbgebung durchaus stark auf die weibliche Kundschaft abzielt. In Sachen Leistung erweist sich das Gerät als Mittelklasse-Smartphone, das besondere Pluspunkte in Sachen Individualisierbarkeit sammelt. Die gängigen Funktionen erfüllt das Gerät mit Bravour, es ist ab Werk mit Social-Media-Apps ausgestattet und ein echtes Multimediatalent: Musik, Bücher, Filme, Spiele. Streitbar ist dagegen eines: Der fest installierte Akku. Bei einem Defekt kann dieser nicht einfach ausgetauscht werden. Beim derzeit gültigen Preis ist das durchaus ein dicker Minuspunkt.
Gerät: HTC Rhyme
Hersteller: HTC
Farbvarianten: Clear Water, Hour Glass, Plum
Preis: zirka 420 Euro
Lieferumfang: Headset, USB-Netz-Adapter, USB-Kabel, 8-GB-Micro-SD-Speicherkarte, Dock-Station, Handytasche, Geräteanleitung
Quelle:
Nachrichten –
Technik Nachrichten –
HTC Rhyme im Test – Der Entertainer unter den Smartphones
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